Ein mehrfaches Jubiläum feierte das Valeria-Koch-Schulzentrum in Fünfkirchen zwischen dem 21. und 24. April. Der Vorgänger der Schule in der Tiborc-Straße wurde vor einem halben Jahrhundert gegründet, der Unterricht in der Bildungseinrichtung begann vor vier Jahrzehnten, seit 15 Jahren gibt es zweisprachigen Nationalitätenunterricht und vor 5 Jahren wurde das Schülerwohnheim eingeweiht. Das Schulzentrum gedenkt jedes Jahr seiner Namensgeberin, denn die ungarndeutsche Dichterin Valeria Koch wurde am 22. April geboren. In diesem Jahr wurde das mit einer mehrfachen Jubiläumsfeier sowie mit einem reichhaltigen Kulturprogramm verbunden.
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Im Gebäude konnte sich der Besucher verschiedene Ausstellungen ansehen. Fotos über die Geschichte der Schule, Zeichnungen von Schülern und traditionelles ungarndeutsches Spielzeug wurden zur Schau gestellt. Beim feierlichen Festprogramm am 22. April zeigten Chöre, Tanzgruppen, Kapellen und andere Schülerformationen ihr Können in Gesang, Tanz, Musik und Literatur. Der Gala wohnten Abgeordnete, Politiker, Vertreter der Partnerschulen, der Eltern, die jetzigen und ehemaligen Mitarbeiter sowie Förderer der Schule bei. Wie der Direktor des Schulzentrums, Dr. Gábor Frank, sagte, versuche die Schule aus den Traditionen zu schöpfen, aber auch modern zu wirken. „Die Schule blüht und bleibt hoffentlich auch in der Zukunft bestehen. Mit diesem Jubiläum möchten wir zeigen, daß wir eine Vergangenheit haben, auf die wir uns stützen können. Die Einführung des neuen Unterrichtskonzeptes vor 15 Jahren ist ein Beweis auch dafür, daß wir modern sind, uns immer erneuern können." Gábor Frank selbst leitet das Schulzentrum seit 15 Jahren, er ist stolz auf die Errungenschaften und Ergebnisse. „Vor allem bin ich auf meine Schüler und auf meine Kollegen stolz, da sie immer noch diese innovative Kraft besitzen und sehr engagiert arbeiten", erklärte Gábor Frank im Gespräch mit der NZ. Am 22. April nachmittags sangen die Schulchöre in der Piuskirche von Fünfkirchen eine deutschsprachige Messe. Die beiden darauffolgenden Tage waren Projekten gewidmet. Die Ergebnisse der Arbeit in Volkskunde, Geschichte, Literatur und Medien zeigten die Schülerinnen und Schüler am 24. April. Die Valeria-Koch-Tage wurden mit einem Schwabenball beendet. Eine niveauvolle Arbeit auch im schulischen Alltag fordert die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen vom Schulzentrum. Seit 5 Jahren ist die LdU Trägerin der Bildungseinrichtung. Eine Nationalitätenschule müsse, so Vorsitzender Otto Heinek, mehr leisten als guten Unterricht. „Eine gute Schule zeichnet sich dadurch aus, daß sie mehr leistet, als sie unbedingt leisten muß. Diese Aufgabe erfüllt das Valeria-Koch-Schulzentrum. Da würde ich das Lehrerkollegium hervorheben, denn die Pädagogen hier unterrichten nicht nur, sondern sie entwickeln neue Konzepte, machen wichtige Projektarbeit und kümmern sich um Schulpartnerschaften. Die Ergebnisse dieser Arbeit sehen wir bei den Schülern. Sehr wichtig ist, daß die Grundschüler und Gymnasiasten gerne die Einrichtung besuchen, denn das Valeria-Koch-Schulzentrum strahlt Wohlgefühl und das Gefühl des Beheimatetseins aus."
Christian Erdei
Ausstellung alter Spielzeuge
Aus dem Inhalt
Regenbogen
Zu einem „komitatsüberbrückenden sprachlichen und geistigen Regenbogen lud der Verband Deutscher Selbstverwaltungen im Komitat Bekesch am vergangenen Freitag in die Josef-Implom-Grundschule in Jula ein. Eine richtige Musterstunde - mit Gruppenarbeiten, kommunikativ, auf Kenntnissen aufbauend - zeigte Maria Nagy, Fachberaterin für Deutsch, mit ihren Achtkläßlern. Anschließend konnten sich die TeilnehmerInnen über das Lehrbuchangebot, deutschsprachige Bücher in der Julaer Österreich-Bibliothek, über ungarndeutsche und rumäniendeutsche Publikationen informieren. Seite 1
Kindertanzgruppen der Region Süd Viermal Gold in Mohatsch
Mehr als 300 Kinder aus sieben Ortschaften verbrachten ihren Sonntagnachmittag im Kinosaal der Stadt Mohatsch, wo bei der Qualifizierung der Kindertanzgruppen der Region Süd entschieden wurde, wer an der Landesmusterung teilnehmen darf. Zehn Tanzgruppen stellten sich dem kritischen Auge der Jury, Helmut Heil bewertete die Choreographie und das Gesamtbild, Josef Apaceller äußerte sich über die Musik und Dr. Maria Lantos-Imre begutachtete die Trachten der kleinen Tänzerinnen und Tänzer. Und wer gerade nicht auf der Bühne stand - vor allem aber auch die Begleiter - schaute den anderen Gruppen neugierig zu, während die Jury erste Notizen machte. Seite 1-4
Nicht mehr im Kopf, wohl aber im Gedächtnis: der Eiserne Vorhang Zeitzeugen von 1989 erinnern sich
Es klingt banal, sollte aber nie in Vergessenheit geraten: Ohne den Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren wären sich viele Menschen in Europa nie begegnet. Auch Klaus Eberl, Leiter des Thomas Mann Gymnasiums - Deutsche Schule Budapest, würde heute kaum in Ungarn arbeiten, wenn der Kontinent noch geteilt wäre. Deshalb liegt ihm das Projekt "Grenzen ziehen, Grenzen öffnen" sehr am Herzen. Die Schüler sollen sich dabei mit den Ereignissen des Jahres 1989 auseinandersetzen. "Wir haben uns vor die Aufgabe gestellt, Zeitzeugen zu interviewen und uns mit dem Thema der Flucht über Ungarn auseinanderzusetzen", heißt es zur Erläuterung auf einem Informationsblatt. Seite 1-2
Menschen, Werte, Nationen 15. Jahreskonferenz des Vereins Deutscher Akademiker e. V.
Aus drei Blickwinkeln sollen die Themen der Jahreskonferenzen umgangen werden: aus ungarischer, deutscher und europäischer Sicht, beleuchtete Tagungsleiter Tamás Bornemissza die Zielsetzung der Veranstaltungen. Am 27. April fand die 15. Jahreskonferenz des Vereins Deutscher Akademiker e. V. in Zusammenarbeit mit der Andrássy Gyula Deutschsprachigen Universität im Spiegelsaal der Universität statt. Seite 2
Kultur, die verbindet Ungarndeutscher Festabend in Sásd
Wieder einmal ungarndeutsche Musik schallte am 24. April durch die Aula der Sásder Grundschule. Die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung und der Deutschklub veranstalteten ihren traditionellen ungarndeutschen Festabend, der sich seit der Gründung des Deutschklubs im Jahre 1996 langsam einen festen Platz auf der Programmpalette des Vereins errungen hat. Nach der Begrüßung durch Éva Galambos Wagner, Leiterin der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung, hatten die Besucher die Möglichkeit, sich zwei junge Akkordeonspieler anzuhören und sich von den Deutschkenntnissen der Sásder Kindergartenkinder und Grundschüler zu überzeugen. Seite 3
Piros Iskola: Buchpräsentation und 20jähriges Jubiläum des Schulchores
Zu einem zweifachen Fest kam es Anfang April in der „Piros" Grundschule von Pestszentlôrinc (XIII. Bezirk von Budapest). Erstens wurde das von der Schule in drei Sprachen - Ungarisch, Deutsch und Englisch - herausgebrachte Märchenbuch (aus der Branau) von Varga-Rónai-Muszhty vorgestellt. Die Sammlung von Märchen und Legenden war bereits vor Jahrzehnten bekannt, beliebt und auch vielgelesen (z. B. Der schlaue Bergmannsknappe), doch diesmal erfolgte die neue Auflage mit dem Ziel, diese interessanten und lehrreichen Geschichten - ergänzt mit einem Arbeitsheft - direkt auch im Unterricht zu verwenden. Der zweite Anlaß zum Feiern war das 20jährige Bestehen des Schulchores. Seite 4
Gäste an der Studienakademie
Bautzen: Eine 19köpfige Delegation aus dem Ungarndeutschen Bildungszentrum in Baje weilte an der Studienakademie in Bautzen. Für die Gymnasiasten, die sich auf einer Studienreise zu Bildungseinrichtungen in den neuen Bundesländern befinden, war Bautzen die erste Station. Anknüpfend an das erfolgreiche Studium von drei jungen Damen aus Baje in Bautzen von 2003 bis 2006 informierten sich die Gymnasiasten über die Studienbedingungen in Ostsachsen. Dabei erhielten sie einen Einblick in den Studienumfang in den jeweiligen Studienrichtungen und konnten sich auch von der modernen Einrichtung des Hauses überzeugen. Seite 4
Fünfzehn Jahre Barátság Im Dienste des interkulturellen Dialogs in Ungarn
Die Zeitschrift „Barátság" (Freundschaft) ist eine Kulturzeitschrift der nationalen und ethnischen Minderheiten in Ungarn. Seit 15 Jahren steht sie im Dienste dieser Minderheiten und ist ein Dialogforum, sie dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Im Deák-Saal der Stiftung für Ungarische Kultur in der Ofner Festung fand am 24. April im Zeichen des Jubiläums der Barátság-Nachmittag statt. Chefredakteurin Eva Mayer begrüßte die Gäste: Festredner, Leser und den Freundeskreis. Erika Németh, Hauptdirektorin der Hauptabteilung für Nationale und Ethnische Minderheiten im Ministerpräsidentenamt und Schirmherrin des Barátság-Nachmittags, bezeichnete in ihrem Grußwort die Zeitschrift als Trägerin eines besonderen Wertsystems. Sie stehe im Zeichen der gegenseitigen Schätzung im Dienste der Minderheiten und sei dadurch wertbewahrend und sogleich werteschaffend. Seite 6
Mit dem Paß aufs Örtchen
Es geschah im Jahr 1818. James Flint aus Schottland erreichte nach einer dreiwöchigen Seereise die Neue Welt. Mit seinem Koffer in der Hand schritt er zur US-Einreisebehörde. Höflich wurde er gebeten, sein Gepäck zu öffnen. Er holte ein Säckchen heraus: „Schottische Erde", sagte er stolz. Ohne viel Federlesens winkten ihn die Offiziere weiter und „wünschten mir alles Gute", berichtete Flint. Seite 11
Ifa-Twin-Bilanzierungsseminar in Budapest
Unter Teilnahme von vier ifa-Twin-Stipendiatinnen fand am 16. und 17. April im Budapester Haus der Ungarndeutschen ein Bilanzierungstreffen statt. Das Institut für Auslandsbeziehungen unterstützte auch im Jahr 2008/09 mit seinem Twin-Stipendiatenprogramm unterschiedliche Einrichtungen und Institutionen der deutschen Minderheit in Mittelosteuropa. Seite 13
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