Vor 20 Jahren trafen sich Anfang April einige ältere Nadascher Winzer, um sich über ihre Weine zu unterhalten. Damals waren nur Männer unter sich, doch bis heute wuchs der Weinwettbewerb der Nadascher Weinbrüderschaft zu einer der größten landesweiten Weinproben heran und wurde zudem zu einem richtigen Freundschaftstreffen unter Winzerfamilien.
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Die Sporthalle von Nadasch platzte am ersten Aprilwochenende diesen Jahres aus allen Nähten, als die 20. Weinqualifikation, nun schon das zweite Mal mit Teilnehmern aus dem ganzen Land, ihren Ergebnissen entgegenfieberte. Von Moor bis Hajosch, von Edek bis Fünfkirchen, von Willand bis Seksard stellten sich zahlreiche namhafte Winzer Schulter an Schulter mit den hiesigen Hobbywinzern der strengen Jury. Etwa ein Drittel aller Proben kommt auch heute noch von Nadascher Kellerbesitzern, die sich auch diesmal wacker gegen die Profikellereien schlugen und so manche Preise abstaubten. Doch den Preis für die besten ungarndeutschen Weiß-, Rosé- und Rotweine nahmen doch die Gäste mit nach Hause. Über zwei Stunden wurden die Ergebnisse verkündet, die Winzer warteten gespannt auf den Höhepunkt: auf die Sonderpreise und die Goldmedaillen. Der Nadwarer István Schweibert glänzte mit seinem Rheinischen Riesling, von der Winzerei Mestrineli aus Badesek stammt der beste Rosé Blaufränkisch, und den besten Rotwein der Ungarndeutschen, einen Cabernet Franc, brachte Josef Bock aus Willand mit. „Ich gehe sehr gerne zu solchen Wettbewerben", so Bock, der 1997 zum besten Winzer Ungarns gekürt wurde, „es ist wichtig, daß den Wein auch andere probieren". 606 Weine wurden dieses Jahr zur Probe abgegeben, das ist viel mehr als vorher jemals verkostet wurde in Nadasch, somit gilt dieser Wettbewerb als eine der größten Weinproben des Landes. „Für die Ungarndeutschen war der Wein immer sehr wichtig", meinte der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Otto Heinek, der besonders gerne zu solchen Veranstaltungen geht und am liebsten einen guten Kadarka trinkt. „Die hiesigen Deutschen taten immer viel für die Winzerei in Ungarn, und es gibt zahlreiche weltweit bekannte ungarndeutsche Winzer", so der LdU-Vorsitzende, der die Preise für die besten Weine der Ungarndeutschen übergab. Der ungarndeutsche Graphiker Robert König hatte zu diesem Anlaß eine Urkunde für die Gewinner gestaltet, die sich stolz zu den sieben Sonderpreisträgern aus Nadasch stellten. „Die Jury wird jedes Jahr ein bißchen strenger, so erhöht sich auch das Niveau", meinte Dr. Franz Wekler, Bürgermeister von Nadasch. „Auch die Nadascher haben sich entwickelt, aber wir müssen den Nachwuchs fördern", sagte Wekler etwas besorgt, denn die wenigsten jungen Männer unter 30 haben genug Erfahrung und Interesse an der Winzerei. Über 80 Goldmedaillen wurden an diesem Abend vergeben, nur etwa 20 Prozent der Weine erhielten gar keine Medaille, und das ist angesichts der immer strengeren Juroren ein gutes Ergebnis, so die Experten. Unter den Rotweinen waren die Cabernetsorten in der Überzahl, der Chardonnay siegte zahlenmäßig bei den Weißweinen und Roséwein wurde meist von der Sorte Blaufränkisch abgegeben. Diesmal waren sogar mehr Weißweine als Rotweine probiert worden, was unter anderem auch an der großen Moorer Winzergruppe lag, die 70 Weine ins Rennen schickte. Organisiert wurde die Weinprobe vom Nadascher Weinverein mit Unterstützung durch die hiesige Selbstverwaltung und die LdU. Mehrere Sponsoren vergaben Sonderpreise. Der Abend ging nach der aufregenden Preisverleihung mit Tanz und Musik weiter und dabei konnte man die besten Rebensäfte des Wettbewerbs probieren. Die Gewinner gingen mit ihren Weinflaschen von Tisch zu Tisch und boten ihre preisgekrönten Weine an. Freilich unterhielten sich die Winzer bis in die frühen Morgenstunden leidenschaftlich über den Wein, den Keller und die Weinreben.
Christina Arnold
Alle Preisträger des Abends (von links): Josef Bock aus Willand, Dániel Gyurica von der Winzerei Mestrineli in Badesek, István Háber sowie János Krász, beide Nadasch, in der Mitte mit der großen Urkunde István Schweibert Nadwar, Stefan Rauschenberger, Nadasch, Zoltán Garai, Nadasch - er erhielt zwei Pokale -, Károly Makk. Nadasch, und im Hintergrund Otto Heinek.
Aus dem Inhalt
Kein dramatischer Rückgang
Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise verursacht auch in den deutsch-ungarischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen einen deutlichen Rückgang, doch dieser könne im Moment nicht als dramatisch bezeichnet werden. Dies sagte auf Anfrage von NZ der Leiter der Kommunikationsabteilung der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer, Dirk Wölfer. Seite 1-2
Jugend- und Kindervolkstanz-Vorentscheid in Tschepele
Für das VII. Landesfestival der Nationalitäten-Kindertanzgruppen in Schaumar am 15. und 16. Mai fand am 29. März in Tschepele/Csepel der Qualifizierungswettbewerb statt. Im wunderschönen Saal des Kulturhauses trafen sich neun Kindertanzgruppen, um sich im fairen Wettbewerb mit anderen Tanzgruppen zu messen und zu qualifizieren. Tanzgruppen aus den nördlichen Regionen tanzten hier um die Ehre, beim VII. Kindertanzfestival in Schaumar dabeisein zu dürfen. Vor einem fachkundigen Gremium, bestehend aus Gábor Agárdi, Josef Apaceller und Helmut Heil, zeigten die Gruppen in einem dreistündigen Programm ihr Können und die Vielfalt der Kindertänze. Seite 1-2
Dialog suchen, Trennlinie ziehen
Im Dialogforum sind Delegierte der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) und Abgeordnete des Europaparlaments vertreten. Das Forum kam auf Initiative von FUEV zustande und hat das Ziel, eine ständige Diskussionsplattform über die Minderheiten zu schaffen. Zwar brachte die erste Sitzung in Brüssel noch keine konkreten Ergebnisse, da viele EU-Abgeordnete ihr Mandat bald ablegen werden, doch der erste Schritt ist bereits getan. Dies meint auch Dr. Koloman Brenner, der Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaften Deutscher Minderheiten in der FUEV und Mitglied des Dialogforums ist. Seite 3
Begegnung der Generationen Interview mit Erika Hambuch
Es ist ein besonderes Gefühl, mit jemandem ein Gespräch zu führen, der die schönsten Jahre seiner Jugend mit meiner Mutter verbracht hatte. Ich fand es spannend, die Vergangenheit eines interessanten und wertvollen Menschen kennen zu lernen, einer Frau, die zwar zu einer anderen Generation gehört, aber wegen der Bekanntschaft einem vielleicht doch nahe steht. Erika Hambuch erzählte mir über ihre Studienjahre, Kinder, Arbeit und die größeren Herausforderungen ihres Lebens. Das Interview führte: Karolina Vizi Seite 4
Auf den Spuren von Haydn Musikalisches Projekt in Wien
Der Deutsche Nationalitäten-Klassenzug des Klára-Leôwey-Gymnasiums zu Fünfkirchen hat seit 1991 eine rege Partnerschaft zum Gymnasium in Icking (Bayern). Gegenseitige Besuche, Schüleraustauschprogramme charakterisieren den Kontakt. Icking hat eine Partnerschaftsschule in Tschechien, und zwar das Gymnázium Slovanské námestí in Brünn/Brno, das seit 1993 mit dem Leôwey-Gymnasium den Austausch pflegt. Dieser partnerschaftliche Austausch floriert seit 2000 mehreckig, Brünn hat Beziehungen zu Utrecht und Wien. In diesem Rahmen laufen auch musikalische Projekte und Begegnungen: Vom 16. - 19. März trafen sich SchülerInnen dieser Partnerschulen in Wien, sie folgten im Haydn-Jahr 2009 der Einladung des Haydn-Real-Gymnasiums. Über den Besuch in Wien befragte NZ Adele Büki, Lehrerin des Deutschen Klassenzuges am Leôwey. Seite 5
Tatort Jugendsprache: cool, geil, kraß Verfall oder historisches Phänomen?
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) e. V. hielt an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest ihre Jahreshauptversammlung. Ziel des Vereins ist die Förderung der deutschen Sprache, und das Ziel speziell für das Jahr 2009 ist es, die Vereinigung juristisch zu etablieren, da sie zur Zeit noch an die gleichnamige Gesellschaft in Wiesbaden angegliedert ist - konnten die Interessenten am 3. April erfahren. Zu diesen Treffen werden auch Vortragende eingeladen. Prof. Dr. Elisabeth Knipf, Leiterin des Germanistischen Institutes der ELTE, stellte die Referentin des Abends, Prof. Dr. Eva Neuland vor. Prof. Neuland ist ausgewiesene Forscherin im Bereich Jugendsprache und Didaktikerin, unterrichtet an der Bergischen Universität Wuppertal, außerdem ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift „Deutschunterricht". Seite 6
Der Bub aus Waroli diesseits der Milchstraße
Der Bub aus Waroli meldet sich wieder zu Wort. Vorliegender Band* enthält bereits früher erschienene Texte sowie neue Erzählungen, doch die von Bayer geträumte, sich aus der dörflichen nicht zuletzt moralischen und traditionsreichen Umgebung ernährende Märchenwelt haftet an all seinen Werken. Die aus den früheren Bänden bekannten Figuren erscheinen wieder und der Leser erfährt neue Episoden aus dem Leben von Martin, dem Haupthelden Bayers. Seite 6
Von Klageweibern und wilden Gesellen - Osterbrauchtum in der Schweiz
Das Wort „Ostern" leitet sich vom althochdeutschen „ostra" oder „Ostara" ab, und weist auf einen vorchristlichen Sonnen- und Frühlingskult hin. Es bedeutet auch „östlich" und meint das aus dem Osten aufsteigende Licht der längeren Tage. In der Schweiz ist die Bevölkerung in der Mehrheit dem reformierten Gedankengut zugetan, das sich in der Osterzeit dem ernsten religiösen Geschehen innerhalb der Kirche widmet. Farbenfrohen Prozessionen und Flursegnungen begegnete man in der Reformationszeit eher zurückhaltend, während in der barockgeprägten Gegenreformation gerade solche Bräuche besonders festlich ausgestaltet wurden. Seite 11-12
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