Teil des ungarischen Theaterlebens
Arcusfest 2009
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13. März 2009
Das 7. Treffen der Nationalitäten-Theatergruppen und -ensembles, das Arcusfest 2009 - von der Stiftung für Nationale und Ethnische Minderheiten Ungarns organisiert, sei inhaltsvoller und bunter gewesen als zu Beginn und im Vergleich zu den Vorjahren und habe auch mit niveauvolleren Produktionen aufgewartet, wertete Programmdirektor András Frigyesi das mehrtägige Event. Ab dem 26. Februar konnte das interessierte Publikum an zwei Schauplätzen, und zwar im Thalia-Theater und im Budapester Puppentheater, Aufführungen der 18 Nationalitätenbühnen in 11 Sprachen mitverfolgen.

Edit Szabó mit Hauptdarsteller Dávid Rajcsányi
Foto: Bajtai László

Die offizielle Eröffnung mit Empfang fand am 28. Februar im Puppentheater statt, wo die Roma-Laienspielgruppe Romano Teatro aus Miskolc eine Rock-Musical-Version der Sophokles-Tragödie Antigoné präsentierte. Als Begleitprogramm war im Foyer des Puppentheaters eine Plakat-Ausstellung der Aufführungen bei den bisherigen Arcusfesten eingerichtet.
Das Arcusfest sei Teil des Theaterlebens in Ungarn. 2009 ist das Jahr der Kreativität und der Innovation, dies passe auch in das Profil des Arcusfestes. Dies erklärte in seiner Eröffnungsrede Oberrat András Bertalan Székely vom Kulturministerium, der Ungarn wegen seiner vielen Nationalitäten als kleines Europa bezeichnete.
Drei deutschsprachige Theateraufführungen standen heuer im Programm. Europa Schillert war das Stück, das Pathália aus Werischwar gebracht hat. (Lesen Sie unseren Beitrag auf der gleichen Seite.) Die „Kulturelle Offensive" des Deutschen Nationalitätengymnasiums in Budapest rückte mit einem von der Schülerin Edit Szabó geschriebenen Stück „Der Bohemien" hervor, welches das Publikum in Mozartfieber brachte. In der erfundenen Handlung ging es um Streitigkeiten und Zwistigkeiten unter vier Schwestern um die Gunst und Liebe des berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Gespielt wurde in klassischen Kostümen und mit viel Humor, das Publikum amüsierte sich köstlich. Drei Schülerinnen präsentierten sogar Liedeinlagen. Während des ganzen Stückes sorgte Péter Gyenge auf dem Klavier für die musikalische Untermalung mit Mozartmusik. Die Gruppe wurde von Frigyesi als ein wichtiges Ensemble in der deutschsprachigen Laientheaterbewegung vorgestellt, das schon seit sieben Jahren unter der künstlerischen Leitung von Fanni Örkényi steht. Von einigen Sprechfehlern sowie grammatikalischen Fehlern abgesehen - was die Situationskomik und das Publikum nicht gestört hat - und einigen Lehrläufen, bedeutete die Rap-Version von Amadeus den Höhepunkt, welche der Erzähler Schikaneder, gespielt von Dávid Rajcsányi, profimäßig auf die Bühne brachte. Viel Potential liege in den beiden Gymnasiastengruppen des deutschsprachigen Laienschauspiels - war der Gesamteindruck.
„Die fachlichen Gespräche und der Austausch sind am wichtigsten", bewertete Programmdirektor András Frigyesi das Arcusfest bei der Preisverleihung am 6. März im Budapester Thalia-Theater. „Das Theater hat eine sonderbare Natur, es gibt Vorstellungen, die gelingen, und es gibt welche, wo das Spiel nicht in dem Maße wie erwartet gelingt. Das Arcusfest 2009 bot gute Theatererlebnisse", betonte Juryvorsitzender István Magi und sprach vom „Fest der hervorragenden schauspielerischen Darbietungen". Als Eckpfeiler bei der Bewertung dienten einerseits die Rolle der Bühne im Theaterleben der jeweiligen Nationalität und die theatralische Darbietung andererseits. Selbstkenntnis, Selbstbewertung und Selbstschätzung seien drei Punkte, weswegen diese Treffen von enormer Wichtigkeit seien.
László Konter, Regisseur und Jurymitglied, meinte zur Vorstellung der Kulturellen Offensive vom Deutschen Nationalitätengymnasium: „Ich habe Edit Szabó gesagt, daß sie mutiger erscheinen sollen. Nett-frech. Theatermachen erlöst ja von den alltäglichen Sorgen wie Schule. Es war ein Erlebnis."
PaThalia Werischwar und Kulturelle Offensive Budapest bekamen je einen Preis für die erfolgreiche Einbindung der Jugendlichen in das muttersprachliche Theaterspiel. Rares Hontzu (DBU Seksard) bekam für seine Rolle Edgar einen Preis.

Aus dem Inhalt

Bundeskanzlerin Merkel würdigt Bedeutung der nationalen Minderheiten

"Die nationalen Minderheiten in Deutschland sind eine Bereicherung für unser Land. Ihre Sprachen und Kultur zu pflegen, zu fördern und zu erhalten ist für uns alle ein wichtiges Anliegen. Der Minderheitenschutz ist ein Wesensmerkmal einer demokratischen Gesellschaft. Die deutschen Minderheiten im Ausland bewahren deutsche Kultur und Sprache in vielen Ländern Europas. Sie wirken heute als wichtige Brückenbauer zwischen uns und unseren europäischen Nachbarn." Dies erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Gespräch mit Vertretern der vier anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland sowie Vertretern deutscher Minderheiten im Ausland am 4. März im Bundeskanzleramt in Berlin.
Themen des Gesprächs waren insbesondere Fragen der Minderheitenpolitik im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland, Fragen der Identität, der Jugendarbeit und Sprachförderung sowie Fragen der Förderung der nationalen Minderheiten in Deutschland und der deutschen Minderheiten im Ausland.
Am Gespräch nahm auch Koloman Brenner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der FUEV teil.
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Würdige Erfolge der deutschen Volksmusik

Der Kantor, Akkordeonlehrer und Musikpädagoge István Geiger aus Madarasch hat den großen Preis von KÓTA (Verband Ungarischer Chöre, Musikgruppen und Volksmusikgruppen) erhalten. Die feierliche Übergabe fand am 8. März im Regnum Marianum statt. Auf ähnliche Weise wurde durch KÓTA der von Márta Molnár geleitete Seksarder Ungarndeutsche Chorverein Mondschein geehrt. Dieser Volksmusikchor hat bei etlichen Qualifizierungen Gold erhalten. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Gemischtchor aus Sankt-Iwan bei Ofen unter Leitung von Franz Neubrandt und seiner Frau Piroska.
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"Die ganze Frage wird in einer Sackgasse enden"
Minderheiten-Expertin Györgyi Bindorffer im NZ-Interview

Sie sehe die Frage von innen und außen, sagt Györgyi Bindorffer. Die Frage, das ist die Situation der Ungarndeutschen, und Györgyi Bindorffer ist damit in zweifacher Hinsicht befaßt. Zum einen ist sie seit dem Jahre 2000 am Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften für die Erforschung ethnischer und nationaler Minderheiten tätig, zum anderen ist sie seit neun Jahren Vorsitzende der deutschen Minderheitenselbstverwaltung in Sankt-Andrä/Szentendre.
Wenn sie über ihr eigenes Verhältnis zum Ungarndeutschtum spricht, klingt das nach einem lebenslangen Selbsterfahrungsprozeß. Der Geist in der Familie sei traditionell deutsch gewesen, mit acht Jahren fing Bindorffer an, systematisch Deutsch zu lernen. Im Zusammenhang mit Forschungsarbeiten in der Branau vor etwa einem Jahrzehnt "wurde mir dann bewußt, daß es dort bestimmte Traditionen gibt, wie ich sie von klein auf kenne", ohne daß sie diese als spezifisch "ungarndeutsch" empfunden habe. Als eines ihrer größten Erlebnisse bezeichnet sie es, vor etwa vier Jahren Namensvettern in Deutschland gefunden zu haben. Mit diesen Bindorfers - wohlgemerkt mit einem "f" - ist sie bis heute in Kontakt.
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Wir werden unsere Position bewahren

Seit dem 1. September 2008 sind die Lehrstühle für Deutsche Literatur und Sprachwissenschaften an der Fünfkirchner Universität in einem Germanistischen Institut zusammengefaßt. Geleitet wird das Institut von Prof. Dr. Zoltán Szendi. NZ sprach mit ihm.
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Zwanzig Jahre im Dienste der Traditionspflege...

Saar ist eine kleine Gemeinde mit 1700 Einwohnern zwischen dem Schild- und dem Geresch-Gebirge. Der Großteil der Bevölkerung gehört zur deutschen Minderheit. Es gaben Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, wo man besser seine deutsche Herkunft verschwiegen hat. Heute ist man stolz auf seine deutschen Ahnen, auf deren Kultur und Traditionen. Eine der traditionspflegenden Gruppen ist der Deutsche Nationalitäten-Volksliederkreis, der am 22. Februar im renovierten großen Saal des Kulturhauses sein 20. Jubiläum feierte. Der Chor aus Pußtawam, der Volksliederkreis aus Tarian, der Deutsche Kulturverein von Gestitz und der Volksliederkreis aus der Nachbarschaft, aus Neudörfl, haben mit uns gefeiert und dem Publikum einen unvergeßlichen Nachmittag geschenkt.
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Zwanzig Jahre Werischwarer Blaskapelle
Die Musiklust fliegt von Generation zu Generation

Zwanzig Jahre ist eine große Zeit im Leben einer Musikkapelle. Die Zeit fliegt aber schnell dahin. Wenn es viel Arbeit gibt, die Kapelle oft Auftritte hat, dann gibt es keine Zeit für Langeweile. Die Werischwarer Blaskapelle beklagt sich nicht, sie kann zufrieden sein, weil die Musiker immer Aufgaben hatten und haben. Die vor zwanzig Jahren neugebildete Musikkapelle arbeitet seit Mai 2002 als gemeinnütziger Verein.
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Wenn aus Geringschätzung echte Leidenschaft wird
Franz Metz stellte sein brillantes Werk über donauschwäbische Kirchenlieder vor

"Rührig" sei er, heißt es an anderer Stelle über den Musiker, Organisten, Dirigenten und Forscher Franz Metz. Im vorigen Jahr legte er die Publikation "Das Kirchenlied der Donauschwaben" vor, die er jetzt im Budapester Haus der Ungarndeutschen vorstellte. Diese Buchpräsentation knüpfte an ein Kirchenmusik-Symposium am selben Ort im Mai an. Beide Veranstaltungen wurden vom Landesrat Ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen organisiert.
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Ein Schiffbruch mit wunderbaren Folgen - wie Malta seine Christianisierung feiert
 
Es gibt wenige Ereignisse, die Maltas religiöses Leben so geprägt haben wie der Schiffbruch des heiligen Paulus im Jahr 60 nach Christus. Er kam als Gefangener von Kreta her auf einem Schiff, das in einem fürchterlichen Sturm auf einer winzigen Felseninsel vor Malta strandete, drei Monate Gefangenschaft folgten, und schließlich fuhr er seiner Enthauptung in Rom entgegen. Dazwischen aber hat der wortgewaltige Prediger seine Zeit auf Malta genutzt und die Inselbewohner vom Christentum überzeugt. Die Malteser feiern diesen Schiffbruch als den Beginn ihrer Christianisierung noch heute mit aller Kraft ihrer südländischen Frömmigkeit.
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