Bücher im Wert von 7000 Euro übergab die deutsche Botschafterin Dorothee Janetzke-Wenzel am 21. Februar der Bibliothek des Germanistischen Instituts an der Fünfkirchner Universität. Die Bücher wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gespendet, die Liste der Werke wurde von den deutschen Lehrstühlen der Universität zusammengestellt. Wie NZ vom Leiter des Germanistischen Instituts, Prof. Zoltán Szendi, erfuhr, sind es vor allem quellenkritische Ausgaben aus dem Bereich Literatur, aber auch kultur- und medientheoretische Abhandlungen, die bisher in den sonst gut bestückten Regalen des Instituts gefehlt hatten.
Prof. Zoltán Szendi und Dorothee Janetzke-Wenzel
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In ihrer kurzen Rede schilderte Botschafterin Janetzke-Wenzel die Bedeutung der kulturellen Beziehungen in den Kontakten beider Länder und wies darauf hin, daß darin auch die Universitäten eine grundlegende Rolle spielten, und zwar nicht nur die in Budapest, sondern auch die anderen, die in Ungarn viel für die Vermittlung der deutschen Kultur und Literatur tun. Man gehe in Deutschland zwar davon aus, sagte die Botschafterin, daß Englisch wie in anderen Ländern so auch in Ungarn die Rolle der ersten Fremdsprache übernehmen werde, aber die Bundesrepublik werde das Ihre unternehmen, um die Bedeutung der deutschen Sprache doch zumindest auf Platz zwei oder drei zu festigen. Daran hätte auch die deutsche Minderheit ihren großen Anteil, deren Lehrer in bedeutender Zahl an der Fünfkirchner Universität ausgebildet würden. Daß die Ungarndeutschen auch weiterhin mit Fördermaßnahmen aus Deutschland rechnen können, bestätigte die Botschafterin im Gespräch mit NZ und wies darauf hin, daran werde auch die EU-Mitgliedschaft Ungarns nichts ändern. Im Namen des Germanistischen Instituts bedankte sich Prof. Zoltán Szendi für die Bücherspende. Die Bibliothek sei zwar auch im Vergleich mit anderen Unibibliotheken in Ungarn ziemlich gut ausgerüstet, doch die nun angekommenen Werke würden solche Lücken schließen, die die Uni aus eigener Kraft im Moment sicherlich nicht hätte beheben können. Vor allem die kritischen Ausgaben würden sowohl den Lehrkräften als auch den Studenten eine große Hilfe bedeuten. Über die Möglichkeiten in bezug auf die Förderungen aus Deutschland meinte Prof. Szendi, daß diese für eine Universität außerhalb Budapests etwas komplizierter seien, aber wenn man die Chancen richtig erkenne, so könne man doch gute Ergebnisse erzielen. Nach der Bücherspende traf Botschafterin Janetzke-Wenzel auch jene ausländischen Studenten, die an der Fünfkirchner Universität studieren. Allein aus der Bundesrepublik werden etwa 450 Studentinnen und Studenten zu Medizinern ausgebildet. Bei dieser Ausbildungsform habe die Fünfkirchner Universität, so die Botschafterin, eine gute Marktlücke entdeckt. Das Medizinstudium in Fünfkirchen werde auch in Deutschland voll anerkannt, da die Ausbildung allen Kriterien entspreche. char
Aus dem Inhalt
Mit der Beilage Ungarndeutsche Christliche Nachrichten Seite 11/12
Woj: Im Mittelpunkt das Schwein
Selbst in den Dörfern ist es heutzutage eine Seltenheit, Schweineschlachten so zu erleben, wie es die Bewohner von Woj/Baj (Komitat Komorn-Gran) jetzt am 21. Februar gemacht haben. Die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung veranstaltete unter der Leitung von Vorsitzendem Jenô Izing zusammen mit dem Singkreis und den örtlichen Weinbauern ein kleines Dorffest, bei dem das Schwein die Hauptrolle gespielt hat. Seite 2
Ödenburger Familien im Porträt Die Taschners
Im Berggemeinderat Ödenburg-Güns wurde István Taschner für zwei Jahre zum neuen Vorsitzenden gewählt. Seite 3
Zeitlos und lesenswert Arthur Schnitzlers Monolognovelle: „Fräulein Else" Seite 5
Felix Mendelssohn Bartholdy vor 200 Jahren geboren
Wenn in Musikkreisen der Name von Felix Mendelssohn Bartholdy erwähnt wird, denkt ein Musiker und Musikliebhaber automatisch an sein e-Moll Violinkonzert op. 64, das eine verträumte, melancholische, herzergreifende Einführungsmelodie hat und als Ohrwurm gilt. Seite 5
Die traurigen Schicksale der Groß- und Urgroßeltern aufzeigen
„Das war meine Sünde, daß ich geborene Rosalia Müller bin", sagte die heute schon gebrechliche Frau aus Kleinmarosch, die vor über 60 Jahren aus der Donaugemeinde mit ihren drei Schwestern und einem Bruder „zu einer kleinen Arbeit" in die Sowjetunion verschleppt wurde. Seite 6
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