„Wort-Schätze" der „Sprach-Inseln" Drucken
Gleich zwei hervorragende ungarndeutsche Projekte erregten am vergangenen Freitag bei einer internationalen Tagung in Wien die Aufmerksamkeit der Konferenzteilnehmer. Den 1. Halbband des Ungarndeutschen Sprachatlas - ein „altehrwürdiges Projekt" (NZ 40/2008) präsentierten Koloman Brenner und Maria Erb vom Ungarndeutschen Forschungszentrum der Budapester ELTE. Katharina Wild (Fünfkirchen) und Manfred Glauninger (Wien) stellten das für Schulen erarbeitete Unterrichtsmaterial „Die Mundarten der Ungarndeutschen I-II" vor - ein vorbildliches Material, dessen I. Teil bereits fertig ist. Bei beiden Vorhaben bewährte sich die Zusammenarbeit mit Österreich. Koloman Brenner verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, daß auch der Plan eines gemeinsamen westungarisch-burgenländischen Sprachatlas irgendwann realisierbar sein wird.

Maria Erb und Koloman Brenner
bei der Präsentation des Ungarndeutschen Sprachatlas

Lexikologische und lexikographische Aspekte ausgewählter Varietäten des Deutschen außerhalb seines geschlossenen Verbreitungsareals wurden auf der Internationalen Tagung „Wort-Schätze" der „Sprach-Inseln" am 21. und 22. November in Wien behandelt. Die Tagung fand in Zusammenarbeit des Vereins der Freunde der im Mittelalter von Österreich aus besiedelten Sprachinseln, Wien, mit dem Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika des Zentrums Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Wien, statt.
Am 22. November sprach Csaba Földes (Wesprim) zur Problematik von Dialektlexika im Bereich von Varietäten außerhalb des zusammenhängenden deutschen Sprachraums.