Qualifikationswettbewerb in Bonnhard
Ungebrochenes Interesse am ungarndeutschen Volkstanz
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14. November 2008
Das Wichtigste ist der Spaß am Tanzen selbst, doch manchmal tut es der Sache gut, wenn unabhängige Experten beurteilen, ob eine Gruppe auf dem richtigen Weg ist oder ob man Korrekturen braucht. Unter diesem Motto stand der Qualifizierungswettbewerb für ungarndeutsche Tanzgruppen, der am 9. November in Bonnhard stattfand.

Gold für die Tanzgruppe aus Wetschesch
Foto: mm

Teilgenommen haben am Wettbewerb im Bonnharder Kulturhaus vor allem Ensembles aus Südtransdanubien, doch dabei waren auch die Gruppen aus Großturwall, Hajosch und Wetschesch. Beurteilt wurden die Produktionen von einer Jury unter dem Vorsitz des Universitätsdozenten Johann Brieber, die vor allem darauf achtete, daß die Gruppen den ungarndeutschen Traditionen folgen, dazu gehört auch authentische Musik. Diese Traditionspflege könne übrigens auf regional unterschiedlichen Wegen erfolgen, meinte im Gespräch mit NZ der Vorsitzende des Landesrates Ungarndeutscher Kulturgruppen, Franz Heilig, der den Wettbewerb veranstaltete. Während das Treffen der Tanzgruppen im Norden mehr auf größer angelegten Choreographien basiere, würden die Gruppen im Süden - natürlich nicht ausschließlich - zur Pflege des traditionellen Tanzes tendieren. Das sei auch gut so, meinte Franz Heilig, denn am wichtigsten sei doch der Einsatz, die Arbeit der TänzerInnen und GruppenleiterInnen, die in ihrer Freizeit den Volkstanz pflegten. Eben dieser Spaß an der Sache begründe es, daß nicht immer der fachlich ausgezeichnete Auftritt als alleiniges Ziel betrachtet werden könne, sondern auch die Mobilisierungskraft der Gruppen. Selbst die musikalische Begleitung durch eine Kapelle sei nicht unerläßlich, so Franz Heilig. Doch zum Qualifizierungswettbewerb wurden von der Tanzsektion nur solche Ensembles zugelassen, weswegen sich etwa die Hälfte der Gruppen nicht habe anmelden können. Daß die Besten doch dabei waren, belegen auch die fünf goldenen Qualifikationen, welche die Gruppen aus Großmanok, Nadasch, Maratz, Wetschesch und Wemend erreichten. Diese Ensembles werden übrigens gemeinsam mit den ebenfalls gold-qualifizierten Gruppen des Regionalwettbewerbs Nord am Volkstanzfestival des Landesrates am 23. November in Wesprim teilnehmen.
Das ungebrochene Interesse am ungarndeutschen Volkstanz belegte auch die Reaktion des Publikums. Der Theatersaal des Bonnharder Kulturzentrums mit seinen 350 Plätzen war überfüllt, bei weitem nicht nur mit den Mitgliedern der Gruppen, sondern auch mit den vielen Zuschauern aus Bonnhard und Umgebung. So geschah es auch, daß am Abend der Wettbewerb eher zu einem volksfestartigen Event wurde.
Ausgerichtet wurde der Qualifizierungswettbewerb gemeinsam vom Landesrat und von der Bonnharder Deutschen Selbstverwaltung. Wie ihre Vorsitzende Ilona Köhler Koch im Gespräch mit NZ meinte, sei dies bereits die zweite große Veranstaltung, die man mit dem Landesrat durchgeführt habe. Voriges Jahr trafen sich nämlich die ungarndeutschen Chöre in Bonnhard. Viel wiege in der Sache auch, daß das Kulturzentrum und die Stadt mit maximaler Hilfsbereitschaft hinter der Sache gestanden haben.

char