Voriges Jahr gab es in Gereschlak/Geresdlak zum ersten Mal das Hefeknödelfest. 16 Gruppen - 6 Frauen in einer Gruppe - hatten verschiedene Hefeknödel zubereitet. Ein großes Zelt war aufgestellt worden, darin konnte jeder nach Herzenslust seine Kochkünste zeigen. Eine Familie aus Finnland hatte etwas Landesübliches gekocht, und zwar in reichlicher Menge, so hatten viele die Gelegenheit, auch mal finnisches Essen zu kosten. Damals wurden zahlreiche Fotos gemacht. Und mit diesen Fotos und den dazugehörigen Kochrezepten wurde dann ein Kochbuch zusammengestellt, welches jetzt zu kaufen war. Dieses Jahr hatten sich schon 25 Gruppen zum Kochen gemeldet, so mußte
man schon ein weitaus größeres Zelt aufstellen. Die Kochgruppen kamen
aus dem Ort und aus den Nachbarorten Boda/Fazekasboda und
Sandeschewe/Erzsébet sowie aus den Städten Fünfkirchen und Mohatsch.
Vorsitzender der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung Gereschlak
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Vor dem Fest wurden Strohfiguren als Wegweiser gemacht und Kürbisse dekoriert - diese sind ausgestellt worden. Die Vorbereitungsarbeiten fingen schon früher an, es wurden sehr schöne „Knedl Resi"-Figuren gefertigt, die den Eintritt symbolisierten, und jeder Gast konnte sich so eine schöne Knedli-Resi-Puppe kaufen und damit am ganztägigen Programm, sogar am Ball am Abend, teilnehmen. Die Gäste wurden von hiesigen Mädchen und Frauen in schwäbischer und Dirndltracht begrüßt und bekamen Informationen über das reichhaltige Programm. Im Deutschklub gab es eine Puppenausstellung sowie eine Ausstellung von Sachen, die man früher in der Küche benutzt hat. Die Aufsicht haben die älteren Frauen - die auch die Puppen genäht haben - übernommen und den Gästen auch schwäbisch Auskunft und Informationen gegeben. Sehr viele Besucher waren neugierig auf die Puppenausstellung und jeder bewunderte die Vielfalt. Im großen Eßsaal hat man sich mit den Kleinsten beschäftigt, sie konnten unter Aufsicht von Erwachsenen kreative Arbeiten machen, die im Zusammenhang mit dem Fest standen. Außerhalb des Zeltes haben zahlreiche Handwerker ihre Waren angeboten, man konnte eine Vielfalt von schönen Dingen sehen und natürlich auch kaufen. Die Köchinnen waren meistens in Tracht angezogen. Das Interesse für das Hefeknödelfest war sehr groß. Aus Debrezin, vom Donauknie, aus der Slowakei, sogar aus Deutschland waren Gäste gekommen. Die Kochgruppen hatten Namen wie „Großmutters Küche" oder „Fleißige Hände". Die Gruppe der Angestellten des Bürgermeisteramtes hat Kraut und Knel und Krompensprei, „gekangene Knel", Bohnensuppe, dann in gekangenem Teig Kwetschenknödel mit Vanillesoße gekocht. Aus Deutschland war eine sechsköpfige Familie da - die Wieders aus Ulm -, die auch ihre Kochkunst unter Beweis gestellt hat, es war übrigens die einzige der 25 Gruppen, die einen Chefkoch hatte. Sie haben ein typisch deutsches Knödelmittagessen zubereitet mit Fleisch und Pilzsoße. Im allgemeinen gab es Bohnengemüse mit Hefeknödel, aber manche haben dazu - oder außerdem - noch Kraut gemacht mit Wasserknödel. Eine Menge von Knödeln konnte man sehen und kosten, auch welche mit und ohne Obst; in mehreren Gruppen machte man auch Nachspeise. Bei der Familie Wieder gab es Waffeln mit Apfelmus, genannt „Knödelzauberer". Die Kindergärtnerinnen und Helferinnen sowie die Köchinnen aus dem Kindergarten Petschwar waren ebenfalls dabei und haben mehrerlei Speisen zubereitet. Sie waren auch eine sehr-sehr fröhliche und fleißige Gruppe. Die gute Stimmung zum Kochen hat eine Blaskapelle unter Leitung von Csaba Puttler gesichert, die den ganzen Vormittag sehr schöne Stücke spielte, in einer Stärke, daß man die Musik im ganzen Zelt hören konnte. Zum Stück Rosamunde wurde in einer langen Reihe durchs Zelt „getanzt", sehr viele haben sich angeschlossen. Es war schön anzusehen, welch eine lustige Stimmung herrschte! Eine Jury hatte die Kochkünste bewertet. Jurymitglieder waren György Köves, Chefkoch der Tettye-Gaststätte zu Fünfkirchen, aus Deutschland - aus Bad Vilbel - Gerhard Stengel, aus der Slowakei war Pál Perleczky dabei und von Gereschlak der Bürgermeister Dr. Tibor Habjanecz. Sie hatten eine sehr schwere Arbeit und mußten sehr viel kosten. Die „Besten" war die Gruppe „Großmutters Küche", wo die Omas alle über 70 Jahre sind. Dann gab es „die fröhlichste" Gruppe, die „Jüngsten", wo Kinder zwischen vier und fünf Jahren mitmachten und lángos gebacken haben. Als Geschenk bekam jeder, der am Kochen teilgenommen hat, ein schönes kleines Wellholz mit der Aufschrift „GÔZGOMBÓC FESZTIVÁL GERESDLAK 2008". Der Lerchenchor eröffnete das reichhaltige kulturelle Nachmittagsprogramm, in welchem auch die örtliche Schulkinder-Tanzgruppe mit ihrem Knödelspiel auftrat. Der Lerchenchor in Dirndltracht sowie in ganz neuer ungarischer Seidentracht sang wunderhübsche Lieder auf ungarisch, deutsch und finnisch! Der Akkordeonbegleiter war Josef Ruppert, der zusammen mit dem Lerchenchor ein phantastische Stimmung „gezaubert" hat. Zum Erfolg des Nachmittagsprogramms haben auch Akkordeonspieler Gábor Perjési sowie mehrere ungarische Künstler wesentlich beigetragen. Am Abend sorgten die Schramli Kings sowie die Kapelle Lustige Buben für gute Laune und die Atmosphäre, die einen Ballabend unvergeßlich machen. Übrigens waren es etwa 300 Leute, die ausgelassen tanzten. Wir bedanken uns bei allen Sponsoren, bei den Einwohnern unseres Ortes und bei allen, die dazu beigetragen haben, daß das Hefeknödelfest von Gereschlak so gut gelang und es dadurch schon landesweit einen guten Ruf bekommen hat. Wir hoffen, daß dieses Fest, wo Großmütter mit Enkeln zusammenarbeiten, ein Brauch wird und dazu beiträgt, daß die früheren Gewohnheiten nicht aussterben und die Bräuche, Gepflogenheiten und Traditionen, inbegriffen die Kochkultur, auch bei der jüngeren Generation Akzeptanz finden, denn es wäre sehr schade, wenn das nicht weitergeführt würde. Wir erwarten Sie im Herbst 2009 zum III. Hefeknödelfestival in Gereschlak.
Balasch Schulteisz
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