Zehn Jahre Städtepartnerschaft Dorog-Wendlingen Drucken
24. Oktober 2008
Nach dem Zweiten Weltkrieg haben 200 Dauroger ihre Heimat verlassen und in Wendlingen eine neue Heimat gefunden. Man nannte die Stadt damals „Kleindorog". Sie haben die Verbindungen zur alten Heimat nicht abgebrochen; die Ungarndeutschen waren es, welche die Städtepartnerschaft vorangetrieben haben. Alexander Lencsés und sein Vater haben viel dafür getan, daß die Begegnungen intensiv bleiben. Alexander Lencsés ist seit Jahren der Vorsitzende des Freundeskreises Dorog-Wendlingen. Unsere Minderheit hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, diese Begegnungen aktiv zu unterstützen.
Vor zehn Jahren wurden die Urkunden zur offiziellen Begründung der Städtepartnerschaft zwischen Daurog und Wendlingen unterzeichnet. Damit brachten beide Städte zum Ausdruck, die über Jahre hinweg gewachsenen familiären und freundschaftlichen Bindungen in beiden Bürgerschaften unter dem Dach der Verwaltung zu festigen.


Melinda Kolonics
Vorsitzende der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung
in Daurog

Karin Roth, Staatssekretärin, Bundestagsabgeordnete
(und Dolmetscherin Melinda Kolonics)

 
 Dr. János Tittmann, Bürgermeister der Stadt Dorog, Parlamentsabgeordneter
Jetzt, am 3. und am 4. Oktober, wurde dieser Geburtstag in Wendlingen am Neckar gefeiert. Zum Jubiläumswochenende kam ein Bürgerbus aus Daurog, mit Stadträten, Mitgliedern des Freundskreises Wendlingen-Dorog, von unserer Minderheit war fast der ganze Vorstand vertreten. Und was uns besonders große Freude machte, unsere Blaskapelle, die „Schwäbische Party", war auch zu den Feierlichkeiten eingeladen worden, sie spielte am schwäbischen Abend, gab ein Platzkonzert und beim Ball am ungarischen Abend präsentierte sie die typisch schwäbische Blasmusik.
Am Freitag nach dem Empfang bei Bürgermeister Frank Ziegler hat er uns persönlich die Stadt gezeigt, die Bauvorhaben, die Sehenswürdigkeiten. Auf dem Friedhof legten wir bei der Gedenksäule - die an die verstorbenen Ungarndeutschen in Wendlingen erinnert - einen Kranz nieder. Im Landkreis wurden vom Freundeskreis Rundfahrten organisiert: ein Besuch im Weinmuseum und ein Spaziergang in den Weinbergen von Uhlbach, ein Besuch in Beuren im Freilichtmuseum standen auf dem Programm. Am Abend veranstaltete man eine Feierstunde im Katholischen Gemeindezentrum.
Die Reihe der Gäste bei der Feierstunde zum Partnerschaftsjubiläum war lang, unter ihnen waren die Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Karin Roth, der Europaabgeordnete Rainer Wieland, der Vorsitzende der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft, Gerlingens Bürgermeister Georg Brenner, Daurogs Bürgermeister und Parlamentsabgeordneter Dr. János Tittmann, der Bürgermeister der Stadt Wendlingen Frank Ziegler, Dr. Anna David, die vor zehn Jahren als Daurogs Bürgermeisterin den Partnerschaftsvertrag unterzeichnete, und Altbürgermeister Hans Köhler.
Georg Brenner ging in seiner Festrede auf die europäische Geschichte Ungarns ein und sagte u. a., "Städtepartnerschaften sind Keimzellen des friedlichen Zusammenlebens im vereinten Europa". Dem Abend wohnten auch Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin und ihrem Lehrer - Melinda Kolonics und Imre Gromon - aus dem Dauroger Zsigmondy-Gymnasium bei, denn in dieser Zeit lief auch gerader der 7. Schüleraustausch am Robert-Bosch-Gymnasium und an der Johannes-Kepler-Realschule. Die Kinder bereicherten den Festakt mit drei Volksliedern und einem Volkstanz.
Am Samstag fand im Foyer des Rathauses die Vernissage der Ausstellung „Unterwegs" statt, es sind Bilder, Dauroger Motive von Peter Kolonics. Bürgermeister Dr. János Tittmann eröffnete die Ausstellung und würdigte den Künstler-Lehrer. Am Abend beim Ball konnte man auch neue Kontakte knüpfen und die bestehenden Freundschaften vertiefen. Die Organisatoren hatten für dieses Wochenende ein interessantes und abwechslungsreiches festliches Programm zusammengestellt.
Die Dauroger Gäste sind am Sonntag mit vielen neuen und guten Eindrücken nach Hause zurückgekehrt.