„Stefan spiel uns noch..."
30 Jahre Stefans-Kapelle mit 70jährigem Leiter
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19. September 2008
Torte, Geschenke, unzählige Gratulationen, traditionelle schwäbische Musik und glückliche Musikanten - das alles und noch vieles mehr paßte in das dreistündige Festprogramm am letzten Sonntag in der Nadascher Sporthalle. Die landesweit bekannte Stefans-Kapelle feierte das 30. Gründungsjubiläum und hatte Freunde, Bekannte und Fans zur Feierstunde eingeladen. Verlegene Musiker standen mit Tränen in den Augen auf der Bühne, weil sie so viel Herzlichkeit und so viel Dank für die unzähligen stimmungsvollen Stunden, lustigen Lieder und gemeinsam verbrachten Bälle erhielten.

Bedankt haben sich Vereine, Kollegen und Freunde aus nah und fern mit Liedern, Musik und Geschenken.
Das Herz der ganzen Kapelle ist Stefan Czehmann, der in dieser Woche seinen 70. Geburtstag beging, dies wurde natürlich ebenfalls gebührend mitgefeiert. Denn ohne ihn gäbe es die Stefans-Kapelle nicht und hätten es auch viele andere Musikgruppen schwer. Der Stefi bácsi ist in den Blaskapellen von Nadasch, Bonnhard, Petschwar und der Alte Kameraden-Blaskapelle nach wie vor aktiv tätig, diese traten alle im Festprogramm auf. Sein Herzenswunsch ist es, die traditionelle ungarndeutsche Musik an die jungen Musikanten weiterzugeben. Schon als kleines Kind griff er zur Knopfharmonika seines Großvaters, doch weil er Musik nicht berufsmäßig ausüben konnte, mußte er sich vieles selber beibringen; inzwischen hat er sogar eigene Kompositionen. Die Liebe zur Musik und zu der schwäbischen Blasmusik möchte Stefan Czehmann auch auf seine Enkel übertragen, so gründete er mit den Enkelsöhnen Gábor und Peter ein Trio, und bald soll auch die Enkelin Zsófi in die Familienkapelle aufgenommen werden.
Die Stefans-Kapelle prägt seit Jahrzehnten das kulturelle Leben in Nadasch und Umgebung: Hochzeiten, Bälle und Dorffeste verbindet man mit diesen Musikanten. Die Stefans-Kapelle hat in den vergangenen 30 Jahren die ungarndeutsche Volksmusik für die Hörerschaft am Leben erhalten, nahm aber auch die gerade aktuellen Schlager aus dem In- und Ausland in ihr Repertoire auf, schuf damit eine populäre Balance und blieb so immer beliebt. Jazz, volkstümliche Schlager aus Deutschland oder Oberkrainer, was sie unter den ersten in Ungarn spielten, gehörten ebenso zum Bühnenprogramm wie die echten ungarndeutschen Rhythmen. Ein inniges Verhältnis verband die Kapelle jahrzehntelang mit der hiesigen Tanzgruppe, gemeinsam erhielten sie viele Auszeichnungen für ihre Tätigkeit.
An Auszeichnungen und Belobigungen fehlte es auch an diesem Sonntag nicht, von der hiesigen Selbstverwaltung, vom Landesverband der ungarndeutschen Chöre, Kapelle und Tanzgruppen, vom Verband der Branauer Deutschen Selbstverwaltungen und von vielen Vereinen wurde herzlich gratuliert. Gerührt stand das Geburtstagskind Stefi bácsi am Ende des Programms, als die Torte und das Geschenk reingebracht wurden, inmitten seiner Musikerschar und der Tänzer. Er wurde mit einer Knopfharmonika überrascht. „Das kann ich doch gar nicht annehmen", sagte der schüchterne Vollblutmusiker Stefi bácsi mit Tränen in den Augen und probierte das neue Instrument gleich aus - mit einem kleinen Harmonikasolo.

Christina Arnold