Nach dem 20. August verändert sich in Ungarn zum Teil das Wetter und auch die Sommerferien für Kinder, Jugendliche, Lehrer und insgesamt für die Familien sind größtenteils zu Ende. Man muß sich mit dem Schulbeginn befassen, es fangen die Vorbereitungen für das neue Semester an, d. h. Bücher und Hefte, Schulbedarf und vieles andere mehr muß man beziehen und das hat auch finanzielle Folgen, welche die Familien lösen müssen. Eine kleine Umschau in diesem Bereich in Budapest.
Foto: Németh Péter
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Für das Deutsche Nationalitätengymnasium in Pesthelisabeth (XX. Bezirk von Budapest) ist das Interesse nach wie vor groß, wo die verschiedenen Fächer zweisprachig unterrichtet und reichlich auch Kenntnisse der eigenen und auch anderen Minderheiten vermittelt werden. Das neue Schuljahr haben etwa 30 Jugendliche begonnen - berichtete die stellvertretende Direktorin, Ildikó Tápai. Die Jugendlichen größtenteils ungarndeutscher Herkunft kommen vor allem aus Budapest und der Umgebung bzw. der Region. Die SchülerInnen beherrschen das Deutsche und können zweisprachig unterrichtet werden. Außerdem wird auch eine 0 Klasse gestartet, wo die Schüler für die nächstjährige 1. Klasse vorbereitet werden. Intensiv unterrichtet wird das Englische, wofür besonders seit dem Beitritt zur Union ein großes Interesse besteht. In den früheren Jahren machte man sog. Rundreisen mit den Kulturgruppen, um Jugendliche für die Schule zu bewerben, diese gibt es nicht mehr, denn um die Eltern für diesen Schultyp zu begeistern gibt es heute schon andere Methoden. Aber die schulischen Kulturgruppen ernten auch außerhalb der Schule großen Erfolg, denn man legt auch auf die Traditionspflege Wert. Tanzgruppen wirken in jeder Klasse, der Mädchenchor hatte nicht nur in Budapest sondern auch vielenorts Erfolg und das Theaterensemble trägt auf dem jährlich in der Mehrzweckhalle des Gymnasiums veranstalteten Treffen der Theatergruppen schöne Produktionen vor, die mit wertvollen Preisen belohnt werden. Man sei reichlich mit niveauvollen Lehrbüchern versehen, die auch auf die Schüler des nächsten Schuljahres vererbt werden können, um die derzeit beträchtlichen Kosten des Schulbeginns zu mildern. Etwa 300 Jugendliche lernen am Gymnasium, wo 40 LehrerInnen tätig sind und das vom Direktor Stefan Schäffer geleitet wird. Der Direktor ist immer bedacht darauf, um Kontakte zwischen den ungarndeutschen Gymnasien und zum deutschsprachigen Ausland sowie zu ungarndeutschen Institutionen der Region Nord aufrechtzuerhalten und zu pflegen. Im Gymnasium wird jetzt nur ein Gastlehrer aus Deutschland, Dietrich Bender, Lehrer für Sprache, Philosophie und Medienkunde beschäftigt. Das Gymnasium in der Serény Str. 1. kann auch durch die technische Einrichtung einen modernen Unterricht verwirklichen und man sieht der Zukunft mit vielen Plänen entgegen. Den legendären Chor des deutschen Nationalitäten-Klassenzuges des Kossuth-Gymnasiums unter Mihály Takaró der 80er Jahre (preisgekrönt auf dem Wettbewerb „Reicht brüderlich die Hand!") gibt es heute nicht mehr, doch man verfügt über ein erfolgreiches Theaterensemble, das eine großformatige Aufführung über den Staatsgründer König Stephan des Heiligen am deutschen Partnerinstitut in Altena zeigen möchte. Den Direktor, Gábor Horváth befragten wir aber diesmal vor allem, wie es um den Schulbeginn des Gymnasiums gleichfalls im XX. Bezirk bestellt sei. Der Nationalitäten-Klassenzug hat sich seit Gründung des oben erwähnten Deutschen Nationalitätengymnasiums 1990 in einen zweisprachigen Klassenzug (ohne Ausbildung über die Nationalitäten) verwandelt. Ungarndeutsche Jugendliche aus der ganzen Region, die gut Deutsch können, werden freilich auch heute erwartet. Aber viele müssen zuerst die Vorbereitungsklasse absolvieren, um die späteren Hürden überspringen zu können. Unter den 3 Parallelklassen gibt es eine mit Deutsch-Ungarischem Unterricht (mit wöchentlich 18 Deutschstunden), in der anderen Klasse speziellen Lehrplanes lernen die Jugendlichen Deutsch Englisch und in der dritten Klasse Englisch und Spanisch. Die etwa 40Lehrer unterrichten in der Ady Straße insgesamt 420 Schüler, von ihnen besuchen etwa 150 den zweisprachigen Deutschunterricht. Der Schulbeginn, so Direktor Horváth, sei finanziell für die einzelnen Familien oft sehr belastend, denn die Kosten belaufen sich auf 50 bis 60 tausend Ft, doch man sei bemüht, um eine fundierte sprachliche Basis für die Schüler zu schaffen. Auch an diesem Gymnasium kann man die Lehrbücher der vorhergehenden Jahrgänge ausleihen, was für viele eine große Erleichterung sei. Beide Institutionen pflegen guten Kontakt mit der deutschen Minderheitenselbstverwaltung des Bezirkes. Ähnlich ist es auch im Nachbarbezirk in Schorokschar, wo auf die Aneignung der deutschen Sprache traditionell großer Wert gelegt wird. Eine dieser Schulen ist die Antal Grassalkovich Grundschule (benannt nach dem Gutsherrn, der Mitte des 18. Jahrhunderts die Deutschen in diesem Raum ansiedeln ließ), wo man bereits vor 20 Jahren den Deutsch- bzw. den zweisprachigen Unterricht eingeführt hat. Direktorin Elisabeth Páll berichtet mit Freude, daß ihre Schule populär sei. In der Schule lernen 580 Kinder, die aus dem eigenen Bezirk bzw. der Umgebung kommen und in zwei Parallelklassen zweisprachig unterrichtet werden. Die dritte Klasse ist dem Musik- und Englischunterricht gewidmet. Heuer meldeten sich für den zweisprachigen Unterricht je 28 Kinder, die also die Hälfte der Fächer in Deutsch und Ungarisch absolvieren und zum Abschluß der achten Klasse eine Sprachprüfung bestehen möchten und können. Auch hier ist der Schulbeginn finanziell nicht leicht, doch viele der Lehrbücher der früheren Jahrgänge seien von der Schulbibliothek auszuleihen. Auch so kostet der Schulanfang für einen Schüler um 30 tausend Ft. Eine gute Partnerschaft (auch sprachlich gesehen) wird mit der Realschule Geschwister Scholl in Nürtingen, der Partnerstadt von Schorokschar gepflegt.
Árpád Hergenröder
Das neue Schuljahr ist in Ödenburg offiziell in der Deutschen Nationalitätenschule eröffnet worden. Dort gibt es gut 100 Erstkläßler, die Hälfte von ihnen lernt in den zweisprachigen Klassen. Die Stadt zeigt sich zum Schulauftakt großzügig: Erst- und Zweitkläßlern greift sie mit kostenlosen Lehrmitteln im Wert von insgesamt einer Million Forint unter die Arme.
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