Der 20. August wird in Ungarn landesweit gefeiert, in der Kirche wie auch mit vielen weltlichen Veranstaltungen. Eines der größten Feste am Tag des Heiligen Stephan - er war der erste König von Ungarn und somit auch Staatsgründer, seine Gemahlin war Gisela aus Bayern - findet in Budapest statt. Etliche Menschen, darunter auch viele Ungarndeutsche, strömen in die Messe in der Basilika und nehmen anschließend an einem Umgang in der Innenstadt teil. (Lesen Sie unseren Beitrag auf Seite 11!)
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Das Fest des neuen Brotes wird auch in den kleinsten Dörfern mit einer großen Feier begangen; überall wird symbolisch ein Laib Brot mit einem Kreizel (Kreuz) versehen. Ujfluch auf der Tschepele-Insel ist da keine Ausnahme. Seit der Einwanderung der Schwoweleit wird in der Kirche des Heiligen Stephan gedacht, heutzutage wird allerdings deutlich ausgiebiger gefeiert. Schutzpatron der vor 235 Jahren errichteten katholischen Kirche in Ujfluch ist der Heilige Leonhard, besondere Schutzpatrone sind der Heilige Peter, der Märtyrer, und die Jungfrau Maria, die Königin der Engel. Die Kirche ist das historische Denkmal der Gemeinde, in der das kulturelle Erbe gepflegt wird und das zugleich Zuhause für die Gemeinschaft der Gläubigen ist. Ganz im Sinne der Vorfahren soll die Ästhetik des Baus auch in Zukunft gewahrt bleiben. Es liegt vor allem in den Händen von Abt und Dechant Károly Brezina, daß die Kirche allmählich restauriert wird und die Sammlung der sakralen Andenken erweitert wird. Seit 2003 sind die Arbeiten an der Kirche im Gange. Inzwischen wurde die Unterkirche restauriert. Außerdem wurde ein Symbol des Opferlamms, des gekreuzigten Jesus, über dem Altar angebracht. Der St. Stephansplatz wurde eingeweiht, ein neuer Amboß wurde errichtet, am Dorfende wurde eine Statue des Heiligen Christopher, des Schutzpatrons der Reisenden, und neben dem Altar von Maria wurde eine Statue des Hl. Stephans aufgestellt. Der Kirchenturm wurde umgebaut und mit einem neuen Turmhelm versehen. All das war bei dem Fest zu erfahren, das Maria Engert in Ujfluch ausrichtete. Eingangs hieß sie die Gäste aus Siebenbürgen, der Slowakei, Deutschland und aus den nahen Wetsch, Reitzenmarkt, St. Martin und Tschip, die einheimischen Gläubigen sowie die Parlamentsabgeordneten, die Bürgermeister und die Mitglieder der Kirchengemeinden der Region herzlich willkommen. Der Abgeordnete Tibor Schneck würdigte die Ausrichterin des Festes und den Beitrag aller Teilnehmer. Dann fand an der Gedenktafel für Sankt Stephan eine Kranzniederlegung statt, bei der Abt Brezina den Segen sprach. Für den musikalischen Rahmen sorgten Péter und Bernadett Horváth, der Chor der Musikfreunde und der Kirchenchor. Auch ein junges Paar in Ujflucher Tracht gesellte sich zum Umzug. Die Heilige Messe, der auch Diözesanbischof Antal Spányi beiwohnte, wurde von Károly Brezina zelebriert, auf der Orgel spielte Tamás Horváth. Alle Kirchenbesucher sangen gemeinsam die Nationalhymnen der an der Feier teilnehmenden Länder. Es ertönte außerdem die Hymne des Ujflucher Kirchenschutzpatrons, des Heiligen Leonhard, und zwar auf Deutsch und Ungarisch:
Sankt Leonhard sei gepriesen wahrer Tugend Ebenbild. Der Du uns die Gnad erwiesen, wo des Himmels Freude quillt. Leite uns auf dieser Bahn fort zum fernen Ziele an
Nimm des Dankes heiße Triebe, von uns, die hier versammelt sind. Für die Fürbitt Gnad und Liebe, so jeder in Bedrängnis find. Wir bitten auch alle Zeit, Sei unser Host in Ewigkeit.
Spende aus des Himmels Segen Über unsre Gemeinde auch. Schütte deinen Than und Regen, über alle Gutthäter aus. Schirme auch durch deine Hand, unser theures Vaterland.
Diese Hymne an Sankt Leonhard, der in Frankreich, Süddeutschland und Österreich besonders verehrt wird, brachten die Deutschen mit, als sie zwischen 1710 und 1720 Ujfluch neu besiedelten. Ihre Sprache, Sitten und Bräuche werden bis heute gepflegt. Die Deutschen benannten auch ihre kleine Kirche nach Leonhard, der Schutzpatron der Bauern, Binder, Fuhrleute, Obsthändler, Schlosser, jungen Mütter und der Häftlinge ist.
Árpád Hergenröder
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